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Ausrüstung Wednesday, May 13, 2026

Trionda im Windkanal: Wie der WM-Ball 2026 wirklich fliegt, abfällt und sich krümmt

Ingenieure der Universität Tsukuba haben Adidas' Vier-Panel-Ball Trionda im Windkanal gegen seine vier Vorgänger getestet. Ergebnis: stabiles, berechenbares Flugverhalten im Freistoß- und Eckenbereich, kein Jabulani-Effekt, dafür ein leicht höherer Luftwiderstand im Hochgeschwindigkeitsbereich, der lange Bälle ein paar Meter kürzer ankommen lassen kann.

von
Equipment Desk
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J ede WM bringt einen neuen Ball, und mit jedem neuen Ball kommen neue aerodynamische Fragen für Stürmer, Torhüter und Ingenieure. Das Turnier 2026 in den USA, Kanada und Mexiko wird mit Adidas' Trionda gespielt, dem ersten Vier-Panel-Ball in der Geschichte der Männer-WM. Ein Ingenieursteam um John Eric Goff (University of Lynchburg) und Sungchan Hong (Universität Tsukuba) hat in The Conversation den ersten unabhängigen Windkanal-Vergleich zwischen Trionda und seinen vier Vorgängern veröffentlicht (https://theconversation.com/we-tested-the-new-world-cup-ball-this-is-what-you-need-to-know-about-how-it-will-fly-dip-and-swerve-280781).

Trionda hat nur vier thermisch verklebte Panels, die geringste Zahl in der Geschichte der Männer-WM, dazu tiefe Nähte, drei ausgeprägte Rillen pro Panel und eine feine Oberflächenstruktur. Die Kombination aus wenig Panels und mehr Textur ist die ingenieurtechnische Antwort auf das Jabulani-Problem 2010, als eine zu glatte Oberfläche für die plötzlichen Absenkungen und Schwünge sorgte, die das ganze Turnier über Torhüter quälten. Adidas möchte, dass die Nahtgeometrie die Aufgabe übernimmt, die früher die zusätzlichen Panels hatten: die Luftströmung berechenbar zu halten.

Im Windkanal in Tsukuba haben die Forscher Luftwiderstand, Seiten- und Auftriebskräfte gemessen und für jeden Ball die "Drag-Krise" bestimmt, also den Geschwindigkeitsbereich, in dem Veränderungen der Grenzschicht zu einem starken Abfall des Luftwiderstands führen. Die Daten zeigen, dass Trionda diese Krise bei etwa 27 mph (43 km/h) erreicht. Das liegt unter dem Bereich von 31 bis 40 mph (50 bis 65 km/h), den Al Rihla 2022, Telstar 18 2018 und Brazuca 2014 zeigten, und deutlich unter dem Jabulani-Bereich von rund 49 bis 60 mph (79 bis 97 km/h). Im Klartext ist Trionda aerodynamisch rauer als die jüngsten WM-Bälle.

Das ist wichtig, weil Freistöße und Ecken meist in einem Geschwindigkeitsbereich liegen, in dem kleine Veränderungen bei Abschuss, Ausrichtung oder Drall den Ball von einem aerodynamischen Regime in ein anderes kippen lassen können. Weil die Drag-Krise nach unten verschoben ist, befindet sich Trionda bei Spielgeschwindigkeiten bereits jenseits dieses Übergangs und verhält sich mit einem stabileren, konstanteren Luftwiderstandsbeiwert im Freistoß- und Eckenbereich. Torhüter sollten bei ruhenden Bällen keine Jabulani-artigen Spätbewegungen lesen müssen.

Den Preis dafür sieht man am oberen Ende. Sobald Trionda in den turbulenten Hochgeschwindigkeitsbereich kommt, fällt sein Luftwiderstandsbeiwert etwas höher aus als bei Brazuca, Telstar 18 und Al Rihla. In den Flugbahnsimulationen des Teams ergibt das einen kleinen, aber messbaren Effekt: Ein hart geschlagener langer Ball kann gegenüber den jüngsten WM-Bällen ein paar Meter Reichweite einbüßen. Spieler, die ihr Spielaufbau-Repertoire auf der Reichweite des Al Rihla aufgebaut haben, könnten in den ersten Gruppenspielen feststellen, dass Klärungen und Verlagerungen etwas zu kurz ankommen.

Einige Einschränkungen: Die Tests messen einen nicht rotierenden Ball in gleichmäßiger Strömung. Im echten Spiel ist fast immer Drall dabei, und Höhenlage, Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Luftdruck beeinflussen das Ergebnis zusätzlich. Die mexikanischen Spielorte liegen über 2.200 Metern, die US-amerikanischen und kanadischen reichen vom Meeresspiegel bis nach Denver auf rund einer Meile Höhe, gespielt wird in trockener Wüstenhitze ebenso wie in schwül-feuchten Bedingungen an der Golfküste. Die tiefen Rillen der Trionda könnten zudem mehr Rückwärtsdrall ermöglichen, was zusätzlichen Auftrieb erzeugen und den im Labor gemessenen höheren Hochgeschwindigkeitswiderstand teilweise ausgleichen könnte.

Abseits des Spielfelds bringt Trionda die nächste Generation von Adidas' "Connected Ball"-Technologie. In Katar 2022 hing die Messeinheit frei in der Ballmitte, bei Trionda sitzt sie in einer eigenen Schicht innerhalb eines Panels, ausbalanciert von Gewichten in den drei anderen Panels. Der Chip liefert in Echtzeit Daten an den VAR und an das halbautomatische Abseitssystem. Das Flugverhalten wird vor dem Tor die Meinungen spalten. Den Streit danach entscheidet der Chip.

– Equipment Desk